![]() |
|
Beschreibung: |
Insgesamt sind Wespenbussarde im Vergleich zu anderen
mitteleuropäischen Greifvogelarten auffallend still. Der
noch am häufigsten zu hörende Balzruf ist ein
mehrsilbiges, flötendes Wimmern oder Pfeifen.
Ebenfalls im Gegensatz zu den meisten anderen
mitteleuropäischen Greifvogelarten sind auch junge
Wespenbussarde nach dem Ausfliegen fast stumm. Nur wenn
ein Altvogel mit Futter zum Horst kommt, rufen die
Jungvögel gelegentlich und auch dann nur maximal etwa eine
Minute lang. Diese Bettelrufe ähneln den Balzrufen der
Altvögel.
Der Wespenbussard ist ein faszinierender
Greifvogel, der zur Familie der Habichtartigen gehört. Trotz seines
Namens ist er eng mit den Bussarden verwandt, gehört jedoch zu einer
eigenen Gattung. Der Wespenbussard zeichnet sich durch seine
einzigartige Ernährung und sein auffälliges Zugverhalten aus.
Von der Größe her ähnelt der Wespenbussard einem
Mäusebussard und misst etwa 52 bis 60 Zentimeter in der Länge mit
einer Flügelspannweite von bis zu 144 Zentimetern. Sein Gefieder
ist unterschiedlich. Oft in
verschiedenen Brauntönen gehalten, was ihm eine ausgezeichnete
Tarnung bietet. Auffällig sind die charakteristischen Bänderungen
an den Flügeln und am Schwanz, die eine schnelle Unterscheidung
von anderen Greifvögeln ermöglichen.
Der Wespenbussard ist in Europa weit verbreitet. Insbesondere in
Wäldern und bewaldeten Regionen. Sein Lebensraum umfasst Laub- und
Mischwälder, wo er genügend Deckung und Nistmöglichkeiten findet.
Der Greifvogel ist jedoch auch in offenen Landschaften anzutreffen,
falls dort genügend Nahrung vorhanden ist.
Sein Speiseplan ist besonders bemerkenswert, da
er sich hauptsächlich von Insektenlarven, insbesondere von der
Brut von Wespen und Hummeln, ernährt. Der Wespenbussard ist
hervorragend dafür ausgerüstet: Seine Nasenlöcher sind mit
Schutzklappen versehen, die ihm helfen, sich gegen Stiche zu
schützen, während er Wespen- und Bienenstöcke ausgräbt. Diese
spezielle Nahrungsvorliebe hat ihm seinen Namen eingebracht.
Was den Wespenbussard besonders interessant macht, ist sein
Zugverhalten. Er ist ein Langstreckenzieher, der den
nordeuropäischen Sommer in tropischen Regionen Afrikas verbringt.
Der Zug erfolgt in großen Gruppen, oft in beeindruckenden
Formationen, die über Tausende von Kilometern hinweg in ihre
Winterquartiere fliegen. Während dieser Reisen legen die
Wespenbussarde beträchtliche Strecken über das Mittelmeer und die
Sahara zurück. Auch bei uns im Altmühltal ist der Wespenbussard
anzutreffen.
Die Fortpflanzungszeit des Wespenbussards beginnt
in Europa im späten Frühling. Das Weibchen legt in der Regel zwei
Eier, die dann über einen Zeitraum von etwa 30 Tagen ausgebrütet
werden. Beide Elternvögel beteiligen sich an der Brutpflege, und
die Jungvögel schlüpfen in der Regel im Hochsommer. Die
Nahrungssuche spielt in dieser Zeit eine kritische Rolle, da die
Eltern pflanzliche Nahrung und Insektenlarven zu den Küken bringen Hinweis:
Der Raufußbussard kommt bei uns lediglich als Wintergast; der
Wespenbussard als Sommergast vor. Der Wespenbussard zieht als Zugvogel
bereits im Spätsommer bis ins südliche Afrika und kehrt erst spät im
April wieder zurück. |